Verlauf des elektronischen Praktikums

Dezember 1, 2008

Kooperatives Lernen mit digitalen Medien im Spannungsfeld von Autonomie und Steuerung

Einsortiert unter: Onlinemodul — Schlagworte: — kathrin226 @ 4:51 nachmittags

Versuchen Sie, die verschiedenen Szenarien kooperativen Lernens auf einem Kontinuum von offen bzw. wenig gesteuert bis stark gesteuert im Hinblick auf die Gestaltung der Lernumgebung (Gestaltung der Aufgaben, Betreuung durch die Lehrenden etc.) darzustellen. Beziehen Sie in Ihre Überlegungen auch das Elektronische Praktikum!

Wiki = wenig gesteuert

  • mit anderen Lernern kreative Texte verfassen; Seiten im Internet selbst gestalten; andere Autoren kennen lernen, mit ihnen kommunizieren u. gemeinsam an Texten arbeiten; Geschichten lesen, die andere DaF-Lerner aus aller Welt geschrieben haben
  • Lehrerhandbuch gibt eine Einführung in die Arbeit mit der Interaktiven Schreibwerkstatt im Wiki-Web; nützliche Tipps für den Unterricht, Lehrer gestaltet untersch. Schreibaufgaben

E-Mail Tandem = wenig gesteuert bis stark gesteuert (Entscheidung über zu gestaltende Lernumgebung liegt beim Lerner)

  • Lerner lernt, die Fremdsprache besser zu verstehen u. sich in ihr besser auszudrücken (in einer echten Schreib- oder Redesituation); Lerner bestimmt selbst was er wann u. wieviel er lernen will, abhängig davon, welche Ziele er mit eTandem verfolgt
  • Vorschläge u. Erfahrungsberichte bzgl. der Frage wie eTandem in die vorhandenen Curricula integriert werden kann liegen für verschiedene Länder u. Institutionen vor; mehrere Möglichkeiten, eTandem in den Unterricht zu integrieren werden genannt

Die Lerner lernen hier nicht mit nicht authentischen Lehrbuchtexten, da sie sich in einer “echten” Kommunikationssituation mit ihrem eTandem-Partner befinden. Außerdem können sie etwas üer aktuelle Geschehnisse und kulturelle Besonderheiten  im Land der Zielsprache erfahren. Die inhaltliche Gestaltung der eTandem-Kommunikation ist also meist sehr offen und nicht stark gesteuert.

Blog = gesteuert

  • bei Moodle organisierte Aaron Patric Campbell mit den Lernern wöchentliche Aufgaben, die das Erstellen von Blogs, Leseverstehen, Schreibfertigkeiten, Wortschatz- und Grammatikarbeit, Bearbeitung usw. beinhalteten

Speziell in Hinblick auf das Elektronische Praktikum gibt es aber auch ungesteurte Aspekte im Blog, was sich z.b. darin zeigt, dass über zahlreiche verschiedene Themen frei und freiwillig im Gruppenblog gesprochen wird.

E-Mail-Klassenpartnerschaften = stark gesteuert

  • eine Lerngruppe kommuniziert schriftlich mit Gleichaltrigen, z.B. in den USA, Kanada, Australien o. Großbritannien auf Englisch o. Deutsch, wenn die Partnerklasse DaF lernt; Kommunikation ist themengebunden u. findet in einem vorher festgelegten Zeitrahmen mit einem inhaltlichen Schwerpunkt statt; Texte werden per Internet an die elektronische Partnerschule geschickt
  • Lehrer organisert dieses Szenario selbst u. muss vorher Themen, Koordination, Zeitrahmen, Methoden u. Arbeitsformen festlegen; Lerner werden betreut u. sind an der Steuerung des Lernprozesses maßgeblich beteiligt (s. 10 goldene Regeln zur Organisation)

Kooperatives Lernen und Gruppenarbeit

Einsortiert unter: Onlinemodul — Schlagworte: — kathrin226 @ 4:47 nachmittags

Halten Sie die Unterscheidung der Tabelle, (in der ein eher traditionelles Verständnis von Gruppenarbeit dem kooperativen Lernen recht plakativ gegenüber gestellt wird), für gerechtfertigt bzw. welche Unterschiede halten Sie für gerechtfertigt, welche nicht?

  • gerechtfertigte Unterschiede:

Abhängig von der Lehrerpersönlichkeit gibt es tatsächlich Lehrer, die nur zur Abwechslung Gruppenarbeit durchführen.

Tatsächlich erfolgt die Gruppenzuweisung oft nach Zufall oder Sympathie.

Auch stimmt es, dass nur manche Gruppenmitglieder arbeiten und andere sich unterhalten, wenn der Lehrer sich zurücklehnt und sich nicht um die Arbeitsgruppen kümmert. Deshalb muss er durch den Klassenraum gehen, seine Präsenz zeigen und sich um den Lernprozess seiner Schüler kümmern.

  • ungerechtfertigte Unterschiede:

Es sind nie “meist sechs Schülerinnen und Schüler pro Gruppe”.

Zu plakativ ist weiterhin die Aussage, “es gibt keine Vorbereitung für die gemeinsame Arbeit”. Selbst ein träger Lehrer ohne Unterrichtsplan wird die Gruppenarbeit so anleiten, dass der Arbeitsauftrag erledigt werden kann.

Die Tatsache, dass es zunehmend lauter im Raum wird, ist normal und kann vom Lehrer reguliert werden.

Es wird immer Gruppen geben, die schneller eine Aufgabe gelöst haben als andere, wenn es sich um heterogene Lerngruppen handelt. Hierbei kann der Lehrer die Gruppen so einteilen, dass leistungsschwache mit leistungsstarken Schülern zusammenarbeiten.

Um zu vermeiden, dass der leistungsstarke Schüler die Ergebnisse vorträgt, kann der Lehrer jedem Gruppenmitglied eine gesonderte Aufgabe zuordnen, die er zu erfüllen hat und die individuell bewertet wird. Somit wird dem guten Schüler die Angst davor genommen, dass er für die anderen mitarbeiten muss.

Um die Gruppe während des Vortrags zu beteiligen, können Zwischenfragen und Einwände erlaubt werden. Dies kann aber auch als störend empfunden werden. “Die Ergebnisse sind häufig mäßig” ist eine völlig unzutreffende Aussage.

Fünf Elemente kooperativen Lernens

Einsortiert unter: Onlinemodul — Schlagworte: — kathrin226 @ 4:42 nachmittags
  1. positive Abhängigkeit
  2. individuelle Verantwortungsübernahme
  3. direkte Interaktion
  4. soziale Fähigkeiten
  5. Evaluation u. Reflexion durch die Gruppe

Überlegen Sie, ob bzw. inwiefern Sie diese fünf Elemente in unserem eAustausch einsetzen, wenn Sie mit Ihren Tutees kooperativ arbeiten. Was begünstigt Ihrer Meinung nach die Umsetzung, was behindert sie? Johnson & Johnson beziehen sich in Ihrem Text auf kooperatives Lernen in Präsenz-Situationen. Worin sehen Sie die Besonderheiten in netzgestützten Lernszenarien?

Bei der kooperativen Arbeit mit unseren Tutees würde ich nahezu alle fünf Elemente einsetzen. Fraglich ist für mich, inwiefern Element 2, die “individuelle Verantwortungsübernahme”, (nach der “jedes Mitglied einer Gruppe dafür verantwortlich ist, die Lernleistungen der Gruppe zu erbringen und unter Beweis zu stellen”), umgesetzt werden soll. Meiner Meinung nach ist unser Projekt “Städte vorstellen” so arbeitsteilig angelegt, dass jedes Gruppenmitglied dafür verantwortlich ist, seine persönliche Lernleistung zu erbringen, d.h. seine ausgewählte Stadt am besten zu präsentieren.

zu Element 1: Da das gemeinsame Ziel die Erstellung des Projekts ist, wird eine Verbundenheit zwischen den Gruppenmitglieder bereits während der gemeinsamen Planung und Festlegung der Gegenstände erreicht. In unserem Fall entwickelte sich die Idee im Voice-Chat als auch im Blog, wodurch ein allgemeines Interesse der Gruppe bekundet wurde, Verbesserungen anzustreben.

zu Element 3: Auf Grund der Entfernung werden wir uns wohl nur über Skype in eine face-to-face-interaction begeben können. Aber auch durch das gegenseitige Austauschen unserer Email-Adressen und der baldigen Einrichtung unseres Projekt-Gruppenblogs wird eine Nähe untereinander hergestellt werden.

zu Element 4: Zu den Social Skills muss man sich vor dem Umgang mit chinesischen Gruppenmitgliedern besondere Gedanken um die Kommunikation mit der fremden Kultur machen, da dort völlig andere Gesprächskonventionen herrschen. Beispielsweise könnte ein “Nein” in einer höflichen Ablehnung auf eine chinesische Aufforderung als face-threatening-act gesehen werden.

zu Element 5: Eine Bewertung der Projektergebnisse sollte bereits während dem Projekt stattfinden. Hierbei stelle ich mir vor, dass wir die Tutees fragen werden, ob es ihnen recht wäre, wenn wir mögliche Fehler in ihren Zwischenergebnissen korrigieren.

Ich denke auch, dass im Prinzip alle fünf Elemente in unserem e-Austausch zum Tragen kommen und stimme Kathrins Meinung zu.

Element 1 findet sich bei uns in der gemeinsamen Projektarbeit wieder. Dadurch, dass bei unserem “Städte vorstellen-Projekt” jeder einen ganz bestimmten Teil, nämlich das Vorstellen einer festgelegten Stadt, übernommen hat, sind alle voneinander abhängig, insofern als das am Ende alle erarbeiteten Teile zu einem Ganzen zusammengefügt werden. Das soll natürlich auch bedeuten, dass sich die Gruppenmitglieder in einem ständigen Austausch befinden und gegenseitig unterstützend und helfend zur Seite stehen.

Element 2 meint in unserem Fall, dass jeder am Ende seines Projekts seinen erarbeiteten Teil einbringen muss. Es besteht also für kein Gruppenmitglied die Möglichkeit sich von der Projektarbeit zurückzuziehen und sich “auszuruhen”, da am Ende jeder dafür verantwortlich ist, das die Arbeit mit einer guten Präsentation positiv abgeschlossen werden kann.

Element 3: Wie Kathrin schon beschrieben hat, ist es aufgrund der großen Distanz zwischen Tutoren und Tutees nur mit den digitalen Medien, wie z.B. voice-chat per skype und mit web-cam möglich eine face-to-face-interaction mit den Lernern zu haben.

Element 4: Ich denke auch, dass man sich, bevor die Kommunikation mit den ausländischen Lernern und die gemeinsame Arbeit an einem Projekt beginnt, unbedingt über kulturelle Unterschiede zwischen dem Land der Tutees und dem eigenen Land informieren sollte. Das zeigt Interesse und kann unter Umständen Missverständnisse oder ein “falsches Verhalten” verhindern. Ich denke auch, dass im Prinzip bei jeder Form der Gruppenarbeit soziale Fähigkeiten gefragt sind. In unserem Fall wird natürlich ins Besondere die Kommunikation zwischen Studenten zweier verschiedener Länder gefördert.

Element 5: Ich denke auch, dass es von Vorteil ist, den tutees während der Projektarbeit immer wieder ein feedback in Bezug auf ihre Arbeit zu geben. Ich könnte mir auch vorstellen, dass dies auch bei den Tutees erwünscht ist, da eventuelle Unsicherheiten somit einfach geklärt werden können. Natürlich werden wir dies aber vorher in unserer Gruppe genau absprechen.

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